„ Aber du musst es ihn sagen. Bevor ihr wieder abreist. Ich habe keine Lust, auf so eine Art Versteckspiel. Aber verstehen kann ich dich trotzdem.“, er lächelte.
Toll. Er versteht mich, meint aber, dass ich es Jan noch morgen sagen muss.
„ Ja, so komisch es auch klingt, Naty. Weißt du, wir haben uns so viel Zeit genommen, wir kennen uns immer besser und ich merke, dass ich dich gar nicht mehr loslassen will. Aber umso länger du Jan vorschaukelst, dass du ihn noch liebst, umso mehr Chancen macht er sich in eurer Beziehung.“, fuhr er fort. Anscheinend hatte ich meine Worte wieder mal laut ausgesprochen.
„ Du hast ja recht. Ich werde es ihn morgen sagen ..“, misstrauisch blickte ich zu Lucas.
Der aber nickte verständnisvoll und nahm meine Hand.
„ Ich liebe dich und es wird mir egal sein, wie weit wir von einander getrennt sein werden. Solange unsere Liebe stark genug ist, wird sie das aushalten.“, er blickte traurig aufs Meer.
„ Lucas, ich werde so oft es geht dich besuchen kommen. Und während der Schulzeit, also Woche, da Telefonieren wir einfach miteinander.“, sagte ich beruhigend, doch Lucas Blick blieb irgendwie leer.
Es stimmt schon, wenn ich morgen abreise, werden wir weit von einander entfernt sein. Hannover ist nicht gerade nah.
Aber irgendwie werden wir das schaffen, das wusste ich.
Weil ich Lucas liebte. Und er mich genauso doll wie ich ihn.
Obwohl wir uns noch nicht so lange kennen, werde ich unsere Zeit hier am Meer nie vergessen. Wie wir glücklich am Strand entlang liefen, Hand in Hand.
Ob dies nur ein Urlaubsflirt ist, da war ich mir nicht so sicher.
Das würde sich herausstellen, wenn ich morgen abfahre.
Darüber machte ich mir jetzt aber keine Gedanken, ich genoss lieber den Moment, den Lucas und ich uns auf dem Boot teilten.
Dann war er da. Der letzte Tag.
Immer wieder versuchte ich mit Jan zu reden, doch er weiste mich in seiner Hektik und Enttäuschung ab. Als der Bus uns nach Lübeck gebracht hatte und wir am Bahnhof standen, platzte mir der Kragen.
„ Jan! Jetzt hör mir doch mal zu!“, schrie ich ihn aufgebracht an. Jan sah mich verwirrt an. „ Was denn?“ Ich nahm tief Luft. „ Ich bin mit Lucas zusammen und ich liebe ihn wirklich. Bei uns hat es irgendwie nie wirklich geklappt, da du immer mein bester Freund sein wirst. Mehr als schwämerei war es für mich nicht.“ Jan starrte mich mit großen, glasigen Augen an. „ Stimmt es?“, fragte er heiser. „ Ja.“, benommen sah ich zu den Zug, der gerade anhielt. Jan nahm seine Tasche und ich sah, wie ihn eine Träne runterlief. „ Dann wünsche ich dir alles Glück der Welt, aber Freunde werden wir nie wieder sein. Ich habe dich ernsthaft geliebt, Naty. Und ich dachte, du mich auch.“, er stieg in den Zug. Ich stand mit offenem Mund da und stellte meine Tasche ab.
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