Montag, 1. August 2011

Kapitel 24

Als ich zum Ferienhaus zurück ging, begleitete Lucas mich.
Er wollte nicht, dass Jan mich vielleicht wieder bedrängt.
Als ich die Tür leise und vorsichtig öffnete, schlich ich mich hinein und sah, dass die Kerzen alle ausgepustet worden waren.
Auf dem Bett lag Jan, der sich ganz schön breit gemacht hatte.
Er schlief tief und fest.
Ich ging zur Tür und sagte, dass er bereits schon am schlafen wäre.
Erleichtert nickte Lucas und küsste mich zum Abschied auf die Wange.
Dann ging er langsam weg.
Lächelnd blickte ich ihn hinterher, bis er ganz verschwommen war.
Dann schloss ich die Tür und setzte mich auf den Sessel, der gegenüber von dem Bett stand, in dem Jan sich eingerollt hatte.
Ich blieb noch einige Stunden wach, dachte viel nach.
‚ Wie mache ich am besten Schluss? Oder wie sage ich es ihn?’, das waren meine letzten Gedanken, bevor ich endgültig einschlief.

Am nächsten Morgen hatte Jan bereits Frühstück für uns beide gemacht.
Liebevoll rüttelte er mich am Arm, bis ich es registrierte und mich etwas zur Seite drehte.
„ Morgen.“, sagte Jan und wollte mich küssen, doch ich lehnte meinen Kopf ablehnend zur Seite.
Jan hockte sich vor mich und bekam einen traurigen Gesichtsausdruck.
„ Naty, es tut mir wahnsinnig leid, dass ich dich gestern so bedrängt habe. Das wollte ich nicht. Ich dachte nur, du willst es auch ..?“, er stockte.
„ Jan, ich bin noch nicht bereit, um mit dir schlafen zu können.“, meinte ich unausgeschlafen und gähnte herzhaft.
Dann stand ich auf und machte mich fertig.
„ Wohin gehst du?“, Jan zeigte auf das Frühstück, was er auf den kleinen Nachttisch gestellt hatte. Sogar eine Blume lag auf dem Tablett.
„ Es tut mir leid .. Ich muss aber noch etwas mit dem Betreuer klären.“, schon sprang ich nach draußen und knallte die Tür lauthals zu.
Gut gelaunt ging ich den Strand entlang und spürte, wie Lucas meine Hand von hinten ergriff.
Ich drehte mich um und er gab mir einen kurzen Kuss.
„ Ist das okey für dich?“, fragte er schüchtern und nahm meine Hand.
„ Beides ja.“, lächelte ich.

Die letzten Urlaubstage verbrachte ich viel mit Lucas. Jan merkte nicht, dass ich einen Freund hatte, er wunderte sich aber schon stark, dass ich immer weniger Zeit mit ihn verbringen wollte.
Am vorletzten Tag waren Lucas und Tretboot fahren.
Lucas wusste, dass es noch etwas zu regeln gab.
Genauso sehr wie ich es wusste.
„ Naty, wann willst es eigentlich tun?“, Lucas schaute mir tief in die Augen.
„ Ich weiß nicht .. Ich will ihn nicht wehtun, weißt du?“, sagte ich bedrückt.

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