Der Regen klatschte gegen das große Dachfenster.
‚Piep!’, ‚Piep!’, ‚Piep!’ – Der Wecker fing lauthals an, zu nerven.
Wie jeden Morgen.
Ich drehte mich genervt auf den Rücken und drückte ein Kopfkissen auf mein Gesicht.
‚Hört dieser Wahnsinn auch irgendwann mal auf?’, dachte ich noch total schläfrig und setzte mich mühevoll auf.
Nachdem ich den Wecker ausgestellt hatte, stieg ich in meine Hausschuhe, die sich sichtlich kühl anfühlten.
In der Küche saß schon mein Vater.
Er war bereits hellwach und fing an, mich zu zutexten.
Das konnte ich gar nicht leiden. Überhaupt nicht.
Da ich jeden Morgen nach dem aufstehen meine Zeit zum wach werden brauche, nahm ich mir mein Essen mit aufs Zimmer.
‚Endlich ruhe!’, dachte ich gähnend und machte es mir auf meinem Sofa bequem.
Da ich mir mal wieder viel zu viel Zeit zum fertig machen gelassen habe, war ich zu spät und habe meinen Bus verpasst.
Mein Vater brachte mich aber netterweise eh jeden Morgen zur Schule.
Zu der verdammten Schule, die ich schon immer gehasst habe.
Ich gehe hier auf der Gesamtschule seit meiner Einschulung in die 5. Klasse.
Mein Vater wollte damals nicht, dass ich so lange Busfahrten hinter mich bringen muss und da dies hier eh die einzigste Schule in der nahe liegenden Stadt war, hatte ich als 10-Jähriges Kind damals keine andere Wahl gehabt, als „Juhu! Das wird bestimmt toll.“ zu sagen.
Doch damals wusste ich nicht, in was für einer Klasse ich da gelandet bin.
„ Ich wollte nachher vielleicht Spaghettis machen, wenn du magst.“, fing mein Vater wieder mal umständlich ein Gespräch an.
„ Gern.“, sagte ich knapp und beobachtete die Straße vor uns.
„ Gut. Soll ich dich heute Nachmittag wieder abholen?“, fragte Dad und sah kurz zu mir rüber. Mit einem „ Nein, passt schon. Fahre mit dem Bus.“, beantwortete ich kurz seine Frage und versank dann wieder in meine Gedanken auf der Straße.
Diese langweiligen Gespräche während der Autofahrt sind doch eh nur für mein Vater Zeitvertreib, damit er nicht vor dem Lenker einschläft.
Mit einem „ Tschüss, bis nachher dann!“ und einem lockeren Handschlag verabschiedete ich mich von Dad, als wir an der Schule angekommen waren.
Dad rief mir noch etwas hinterher, was ich aber wiedermal absichtlich überhörte.
Bestimmt wollte er nur so etwas sagen, wie immer.
„ Streng dich an.“ Oder vielleicht irgendwie so etwas wie „ Viel Spaß in der Schule.“
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