Am nächsten Tag wurde ich von Dad abgeholt, der mich besorgt lange im Arm hielt und mich dann vorsichtig im Auto bugsierte. Er bedankte sich bei Jan und stieg dann ein.
Den ganzen Rest des Wochenendes hatten Jan und ich keinen Kontakt.
Ganz ehrlich, ich habe mich nicht wirklich getraut, ihn anzurufen.
Dabei haben wir vorher als beste Freunde fast täglich stundenlang am Telefon mit einander geredet.
Warum Jan sich nicht meldete wusste ich nicht und ich konnte es mir nicht erklären.
Also rief ich am Sonntag Abend meine beste Freundin Rebekka an.
Rebekka kenne ich schon seid unsere gemeinsame Grundschulzeit.
Wir waren schon ab der ersten Klasse die dicksten Freundinnen.
Uns konnte niemand trennen und wird auch niemals jemand. Ihr kann ich blind vertrauen und sie vertraut mir auch alles blind an. Und sie ist immer für mich da gewesen bisher.
Ihr das mit Jan zu erzählen fiel mir nicht leicht.
Aber irgendwann würde sie es eh rausbekommen, also lieber jetzt als nie.
„ Naty, schön, dass du anrufst.“, Rebekka nahm gut gelaunt den Anruf an.
„ Hey .. Wie geht es dir? Seid ihr gut in Norwegen angekommen?“
Rebekka hielt kurz inne. Dann antwortete sie kurz und knapp. „ Ja, sind wir und es geht mir echt super. Norwegen ist genauso wunderschön wie letztes Jahr, schade, dass du nicht dabei bist .. Aber jetzt weniger von mir, mehr von dir. Wie geht es dir und wie sind die letzten Schulwochen so?“
„ Mir geht es prima. Und die letzten Wochen ohne dich sind doch nicht so schlimm, wie ich es mir gedacht habe.“, sagte ich lächelnd.
„ Ahhh .. Wer ist der glückliche Junge?“, man hörte Rebekka am Unterton schon an, dass sie bereits wusste, ich wäre verliebt.
Natürlich wollte ich es doch lieber erst abstreiten.
„ Ich bin nicht verliebt, also gibt es auch keinen glücklichen.“, meinte ich.
„ Wirklich nicht?“, Rebekka kannte mich einfach zu gut.
„ Na gut, es gibt da doch jemanden .. Den .. Ähm .. Jan.“, ich schwieg.
Rebekka auch. Nach einer Minute hatte sie wohl ihre Fassung wieder errungen und quetschte mich mit tausend Fragen aus.
„ Seid wann seid ihr ein Paar? Wieso habt ihr euch erst jetzt gefunden? Und wie seid ihr zusammen gekommen?“
Geduldig antwortete ich auf jede einzelne ihrer Fragen.
Nach etwa einer Stunde war das Gespräch beendet.
„ Ich hoffe, dass eure Beziehung deinen Urlaub aushält ..“, meinte Rebekka am Ende des Telefonates nachdenklich. „ Ich bin nicht so eine, die ihren Freund nach jeder Woche wechselt, das weißt du auch.“, meinte ich und legte mit einem schnellen „ Muss auflegen, wird sonst teuer, genieß Norwegen.“ auf.
‚ Das wird garantiert eine teure Telefonrechnung diesen Monat’, dachte ich, nachdem ich aufgelegt hatte.
In dieser Nacht darauf konnte ich irgendwie nicht einschlafen. Komisch.
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