Sonntag, 31. Juli 2011

Kapitel 14

Ich wusste, dass ich bald eingeholt werde. Doch ich rannte weiter.
Dummerweise übersah ich einen Stein, über den ich stolperte und hinfiel.
Tränen schossen mir in die Augen, ein Schmerz machte sich breit.
Ich versuchte, aufzustehen, erfolglos.
Später habe ich nichts mehr gehört oder gesehen, mir wurde schwarz vor Augen.

Als ich aufwachte, sah ich an eine Decke. Ich drehte mich zur Seite und glaubte kaum, was ich sah.
Ich war bei Jan zuhause, er saß mit besorgtem Gesichtsausdruck an seinem Bett, auf dem ich lag.
„ Wie geht es dir?“, fragte Jan und ergriff vorsichtig meine Hand.
„ Es geht .. Mein Kopf, aua.“, ich tastete mit der anderen Hand meinen Kopf ab.
Das wird wohl am Hinterkopf eine große Beule entstehen ..
Jan beugte sich runter, aus Panik rollte ich mich auf die andere Seite.
„ Keine Angst .. Ich wollte nur nach einer Beule sehen.“, er klang bedrückt.
„ Alles gut. Du, ich muss nach Hause. Dad macht sich bestimmt schon Sorgen.“, ich setzte mich hin und ging vom Bett runter.
„ Alles geklärt, er meinte, du solltest heute die Nacht über lieber bei mir bleiben.“, ein Grinsen huschte über sein Gesicht, mir lief es eiskalt über den Rücken.
„ Nein, danke.“, ich ging zur Tür, doch Jan hielt mich auf.
„ Ich werde dir nichts antun.“, sagte er mit einer vorwurfsvollen Stimmlage.
„ Okey.“, hauchte ich, Jan hob mich hoch und trug mich auf sein Bett.
Ich setzte mich auf und blickte ihn in seine mandelbraunen Augen.
Ich stand dann doch wieder auf und ging an sein Fenster und blickte hinaus, ins Schwarze. Man konnte nur kleine, gelbe, Lichter von den Laternen erkennen.
Jan stand unschlüssig da. Dann ging er auf mich zu.
„ Ich habe ihn gelesen.“, meinte er und holte den Brief aus seiner Hosentasche.
Mit großen Augen starrte ich auf das etwas zerknitterte Papier.
„ Ähm ..“, ich war sprachlos und senkte meinen Blick wieder nach draußen.
„ Ist das dein ernst?“, fragte Jan mich.
Ich sah ihn kurz an „ Ja.“
Da machte Jan schnelle, große Schritte auf mich zu und umfasste meine Schultern fest.
Ich bekam Angst, das merkte er sofort.
Entschuldigend lies er mich los.
„ Du hast recht .. Du bist feige.“, meinte er kalt. Ich starrte zu ihn.
„ Du bist zu feige, um zu deinen Gefühlen zu stehen und suchst dafür unsinnige Ausreden, Naty.“, er ging ein paar Schritte zurück.
Dann ging er auf mich zu und blieb vor mir stehen, er sah in mein Gesicht, ich spürte seinen warmen Atem.

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