Auf dem Weg zur Klasse lies ich mir wie immer eine menge Zeit.
Ich war nicht so heiß darauf, die Trottel in meiner Klasse zu sehen.
Eigentlich war ich denen eh egal.
Sie nahmen mich kaum wahr und ich sie auch nicht wirklich.
Nur manchmal bekam ich mehr Aufmerksamkeit, als ich bräuchte.
Meine Klasse war schon immer so ein Mix auf hinterhältigen Schlangen, Aufgetusste Modepüppchen, Tratschtanten, Egoistischen Prolls und diejenigen, die sich zurück hielten oder einfach dem Anschein „Normal“ waren.
Umso mehr freute ich mich, dass bald die Sommerferien waren.
Als ich in die Klasse ging, zogen sich alle Blicke auf mich.
Als wäre ich ein Prominenter Superstar oder so. Nervig ..
Natürlich konnten sich Leandra und der Gaul deren arroganten Blicke und hämischen Lächeln nicht verkneifen, aber was soll’s.
Der Gaul ist kein Pferd, das ist einfach ein Mädchen.
Ihr Name ähnelte nur einem Gaul. Meine sogenannte Lieblingsfeindin, seid der Grundschule.
Schon damals haben wir uns nicht sonderlich gemocht.
Aber ich mag Menschen generell nicht sonderlich. Die fühlen sich alle so toll.
Was sie meistens dann aber nicht sind.
Nur checken sie es nie, wie lächerlich ihr Verhalten ist.
Ohne ein Wort setzte ich mich auf meinen Platz und kramte in meiner Tasche herum nach etwas, das ich immer bei mir hatte.
Fast immer.
Es ist ein Büchlein, das aus vielen Teilen besteht.
Es ist zum Teil ein Songbuch, wo ich mir immer Zeilen notiere, die mir im Kopf herumschwirren. Dann besteht das Buch aus fiesen Sprüchen, die an verschiedene Menschen gerichtet sind. Es stehen auch meine Gedanken drin, oder meine Gefühle. Es stehen kleine oder auch große Gedichte drin.
Es steht so gut wie alles da drin, aber das, was mich an diesem Büchlein stolz macht ist, dass alles selbst geschrieben ist.
Die Songtexte oder Gedichte, die mir besonders gut gefallen, die notiere ich mir dann meistens in meinen richtigen Songbuch oder halt in dem Gedichtealbum.
Kreativ bin ich auf jeden Fall. Das ist aber auch momentan das einzigste, was mir an mich selbst gefällt.
Der Tag in der Schule verging schneller, als ich gedacht hatte.
Erleichtert donnerte ich meine Schulbücher in den Spind, als es zum Schulschluss klingelte.
Gemütlich schlenderte ich zum Busbahnhof und bemerkte, wie jemand zu mir aufholen wollte. Da ich dachte, jetzt käme wieder ein fieser Spruch ging ich schneller, doch ich war leider zu langsam, denn die Person holte schnell auf.
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