‚ Bloß nicht!’, ich wollte gerade auf einen Lehrer zusteuern, als Schutz, doch da spürte ich die Hand der Person auf meiner Schulter.
Ich wagte es, einen kurzen Blick nach hinten zu werfen und erkannte die Blaue Jacke, die mir sehr vertraut war.
Und tatsächlich. Sie gehörte Jan, meinem besten Freund.
Jan war ein Jahrgang höher als ich, doch das machte ihn nichts aus.
Als ich damals in der 7. Klasse war und er in der 8. Klasse, haben wir uns kennengelernt.
Damals waren die Jungs der 8. Klasse auf dem Fußballplatz am rumkicken und ich wollte unbedingt mitmachen, doch sie wollten mich als Mädchen nicht. Da habe ich mir einfach das andere Tor geschnappt und den Jungs gezeigt, was ich so schon drauf hatte.
Jan war sofort Feuer und Flamme.
„ Warum rennst du vor mir weg?“, fragte er mich vorwurfsvoll.
Ich war noch etwas durch den Wind, der mich echt beängstigt hatte.
„ Ähm .. Ich weiß auch nicht ..“, sagte ich zaghaft. Jan sah mich ernst an.
„ Alles okey?“, fragte er Misstrauisch.
Er kannte mich einfach zu gut. Er wusste, wenn etwas nicht stimmte.
„ Hatte einfach einen anstrengenden Tag hinter mir. Du kennst du die Idioten aus meiner Klasse. Ich dachte, du wärst einer von denen.“, erklärte ich ihn, während wir dem Busbahnhof immer näher kamen.
„ Achso, aber keine Angst. Ich werde dich nicht umbringen oder so was in der Art ..“, meinte Jan grinsend.
„ Was?“, ungläubig sah ich ihn an.
„ Mensch, das war doch nur Spaß! Ich brauche dich außerdem noch. Als beste Freundin.“, beschwichtigte er mich und legte einen Arm um meine Schultern.
Arm in Arm stellten wir uns etwas abseits von den anderen Schülern an einer Laterne.
„ Du brauchst echt mal eine Auszeit, Naty.“, meinte Jan und sah ernst aus.
„ Kann sein ..“, meinte ich ablehnend.
„ Wirklich.“, konterte er, ohne seine ernsthaften Gesichtszüge zu verlieren.
„ Und was soll ich deiner Meinung nach tun? Einen Monat Schule schwänzen?“, genervt schob ich seinen Arm weg und ging im Kreis vor ihn.
Jan lies sich davon aber nicht abbringen, seine Meinung durch zu setzen.
„ Wenn das eine Auszeit für dich wäre und du dich dadurch entspannen würdest, dann kannst du das von mir aus ruhig machen“, eiskalt blickte er mir in die Augen und ich blieb direkt gegenüber von ihn stehen.
„ Danke, du bist echt eine tolle Hilfe. Wirst etwas in den Raum und lässt mich dann damit eiskalt alleine stehen. Vielen dank.“, wütend drehte ich mich um und wollte gehen, doch er hielt mich am Arm fest.
„ Lass los!“, ich versuchte, sein Handgelenk los zu machen, doch es klappte nicht.
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