Unsere Betreuer waren der Brenner schlechthin. Sie nahmen sich mehr Zeit für sich selbst, als für uns. Aber uns allen war das eh egal, dann hatten wir mehr Zeit für selbstständige Spaziergänge durch die Stadt und am Strand.
Die ersten fünf Tage waren viel zu schnell vorbei.
Danach aber zogen sich die Tage zäh hin wie ein Kaugummi.
Als es mir zu öde wurde, wollte ich mich mal alleine umsehen.
Ich packte mir mein Handtuch und einen Ball in die Tasche und ging schon im Bikini umgezogen an den Strand.
Heute war viel los hier. Überall Menschen, weit und breit, wie das Auge sehen konnte.
Im flachen Gewässer tummelten sich kleine Kinder mit ihren Eltern rum.
Und weiter draußen schwammen Erwachsene und auch Jugendliche.
Die Sonne schien heißer als die letzten Tage.
Es war beinahe unerträglich.
Ich legte mich ins flache Wasser und schloss meine Augen. Die Abkühlung tat echt gut.
Ein Schatten warf sich. Ich blinzelte und versuchte, aufzuschauen.
Vor mir stand ein Typ, er war schon etwas gebräunt, hatte braune, zerzauste Haare, fast wie die von Jan. Nur lagen sie von Jan nicht so perfekt wie die des Jungen.
Er lächelte schief und bückte sich zu mir runter.
„ So ein hübsches Mädchen ohne Begleitung?“, fragte er grinsend und spritzte mich etwas mit dem Wasser nass.
Da ich nicht wusste, wie ich reagieren sollte, setzte ich mich auf und machte ihn ebenfalls nass. Nur viel, viel nasser, als er mich gemacht hatte.
„ Das tut mir schrecklich Leid!“, ich sah ihn erschrocken an, doch er nahm es locker.
„ Ist doch nur Wasser, oder?“, grinste er und hielt mir seine Hand hin.
Ich ergriff sie und er zog mich hoch zu sich.
Da stand er. Direkt vor mir. Er war etwas größer als ich, aber kleiner als Jan.
Er grinste und legte seine Arme um mich, hob mich hoch und trug mich bis zum Bauch ins Wasser, bis er mich losließ.
Als ich wieder auftauchte, war er verschwunden.
‚ Komisch .. Eben war er doch noch da, vor nicht mal drei Sekunden!’, ich suchte den ganzen Strand ab.
Doch er war wie vom Erdboden verschluckt.
„ Naty, du wirst bei der Hitze schon echt paranoid.“, sagte ich mir selbst und drehte mich um, um etwas weiter raus zu schwimmen.
In den nächsten Tagen musste ich immer wieder an den Jungem vom Strand denken.
Seine kastanienbraunen Haare, seine karierte Boxershorts .. Alles an ihn schien perfekt.
Oh nein. Ich hatte mich doch nicht in ihn verliebt, oder?
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