Sonntag, 31. Juli 2011

Kapitel 7

Doch dies schien Jan nicht zu stören.
Er zog mich in die Mitte des Raumes, wo viel Platz drum herum war.
Dann legte er seinen anderen Arm um mich, meine Hand hatte er nicht losgelassen.
Wie von selbst fingen wir an, miteinander zu tanzen.
Meine Füße fühlten sich schwer wie Beton an, die Schritte absolvierte ich dennoch.
Ich wollte gerade stehen bleiben, da hob Jan mich hoch und stellte mich langsam wieder ab. Da ich wusste, dass ich Jan jetzt auch nicht widersprechen konnte, wie heute Mittag, tanzte ich weiter.
Zu Wort kommen lies er mich auch nicht. Ich wollte gerade etwas sagen, da legte er seinen Zeigefinger auf meine Lippen.
Es war magisch.
Kein Wort von ihn, er tanzte einfach.
Ich lies mich von seinen Bewegungen leiten und genoss es sogar.
Noch nie habe ich mit jemanden getanzt, als wie mir Jan. So ernst.
‚ Eigentlich kann ich gar nicht tanzen ..’, dachte ich mir gerade, da schüttelte Jan den Kopf und lächelte charmant.

Als der letzte Ton des Klaviers verklungen war, blieb Jan auch endlich stehen.
Ich wusste nicht, was ich daraufhin sagen oder tun sollte, also hielt ich meinen Mund und blieb hinter Jan stehen.
Ich lies die letzten 3 Minuten mir noch einmal durch die Gedanken laufen, bis Jan sich auf einmal umdrehte.
Warum war er so merkwürdig drauf? ‚ Komisch ..’, dachte ich, als auf einmal blitzschnell ein Licht aufging. Ich schüttelte leicht den Kopf, Jan bemerkte es gar nicht. ‚ Das kann doch nicht wahr sein, du spinnst, Naty!’, sagte ich wütend in Gedanken versunken.
Während ich mich mit mir selbst stritt, merkte ich nicht, dass Jan’s Augen zu strahlen anfingen und er einen großen Schritt zu mir machte, sodass wir ein paar Millimeter voneinander entfernt standen.
Doch dann riss es mich aus den Gedanken, als die Haustür aufging.
Ich sah nach vorne und merkte, wie nah Jan mir war.
Vorsichtig schubste ich ihn zur Seite, um nach zu schauen, wer gekommen war.
Es war Chris, der den Roller auf unseren Hof natürlich bemerkt hatte und nachfragen musste.
„ Ist hier noch jemand?“, fragte Chris, während er sich zur Küche bewegte.
„ Ja.“, sagte ich etwas kleinlaut und wollte gerade wieder ins Wohnzimmer gehen, als Chris nachhakte.
„ Wer?“
„ Ein Schulfreund, mehr nicht. Müssen zusammen lernen.“, sagte ich knapp und verschwand. Unser Wortwechsel war nicht zu überhören. Und mein genervter Gesichtsausdruck konnte man nicht übersehen.
Und wie das strahlen aus Jan’s Augen verschwand, das auch nicht.

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