Aber ich bin halt so, wie ich bin. Ich übersah das, als ich zu ihn ins Wohnzimmer kam.
„ Kommst du mit hoch?“, fragte ich lächelnd und zog ihn freundschaftlich am Ärmel.
„ Nein.“, die Enttäuschung war nicht zu überhören.
„ Was ich los, Jan?“, fragte ich besorgt.
„ Nichts, ich muss nur leider nach Hause.“, sagte er und ging auf den Flur.
Er umarmte mich kurz und gab mir dann einen Briefumschlag.
„ An deinem Vater. Gibst du ihn den?“, sagte er und war auch schon aus der Haustür verschwunden.
Ich sah ihn zu, wie er den Roller anmachte und in einem schnellen Tempo vom Hof fuhr.
Sein Gesichtsausdruck war wütend und ich konnte mir nicht erahnen, warum.
Als Dad am späten Abend wieder zuhause ankam, öffnete ich ihn die Haustür.
Die frische Frühlingskälte, die rein blies lies mich kurz zittern.
Dankbar lächelte Dad mich an und schloss die Tür.
Er hängte seine Jacke an den Haken und setzte sich an den großen Küchentisch.
Ich setzte mich ebenfalls, aber im Schneidersitz auf den Stuhl gegenüber hin.
„ Wir müssen reden.“, sagte er ernst und sah mir direkt in die Augen.
„ Ich weiß. Worüber denn?“, fragte ich und blickte auf den Tisch.
„ Nichts schlimmes.“, meinte er kurz.
„ Okey. Ach, warte mal.“, ich holte Jan’s Brief vom Flur und überreichte ihn Dad.
„ Danke, ich dachte schon, du gibst ihn mir nie.“, sagte Dad grinsend und öffnete den Briefumschlag und nahm einige Zettel heraus.
„ Wie jetzt?“, ungläubig starrte ich ihn an.
„ Ja, dein Freund Jan hat heute Mittag direkt aus dem Bus angerufen und meinte, du bräuchtest mal dringend Urlaub. Alleine aber. Und er könnte ja günstige Angebote aus dem Internet raussuchen, die auch Betreut werden.“, erklärte er ohne eine Pause zu machen.
„ Ahhh ..“, sagte ich und dankte Jan in den Gedanken.
„ Ja, er war doch heute hier und dir den Brief überreicht, oder wie hat er das angestellt?“, fragte Dad neugierig.
„ Ja, doch. Er war kurz hier.“, log ich gekonnt.
„ Kennt ihr euch schon länger? Du hast nie von einem so hilfsbereitem Freund erzählt, Naty.“, meinte er und sah mich mit großen Augen an.
Oh nein, nicht diese Augen. Die sagen, ich soll auspacken. Alles erzählen.
Aber darauf hatte ich einfach keine Lust.
„ Tut mir leid, Dad. Bin zu müde. Werde ich denn Urlaub machen?“, ich stand auf.
„ Ja, in den Sommerferien. Ich glaube, ich habe das perfekte Ziel schon gefunden ..“, sagte er in Gedanken und schaute kurz auf.
Ich ging ohne ein weiteres Wort ins Bett.
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