Sonntag, 31. Juli 2011

Kapitel 17

Der Wecker war dieses mal fleißig und piepte eine ganze halbe Stunde durch.
Ich war aber zu müde zum aufstehen.
Doch als ich merkte, dass ich keine andere Wahl habe, stand ich mühevoll auf und schlurfte langsam in die Küche.
Mein Vater schwafelte ununterbrochen von irgend so einer Horrorserie, die er in der Nacht zuvor gesehen hatte, aber ich hörte kaum zu.
Ich machte mich fertig und achtete heute irgendwie besonders auf mein Aussehen.
Draußen war ein wundervolles Traumwetter.
Das erste richtige Anzeichen vom Sommer in den letzten Wochen, wie ich fand.
Als ich die Haustür hinter mir geschlossen hatte und eine menge Zeit hatte, um zur Bushaltestelle zu gehen, blieb ich nach den ersten Metern stehen und schloss meine Augen. Die warmen Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht fühlten sich traumhaft schön an.
Ich steckte mir meine Kopfhörer rein und machte meinen MP3 Player an.
Im Takt zur aufmunternden Musik tanzte ich meinen Weg zum Bus.
‚ So gute Laune hatte ich schon lange nicht mehr und schon lange habe ich mich nicht mehr so sehr auf die Schule gefreut wie heute.’, stellte ich lächelnd fest.

Der Bus hielt wie jeden Morgen überpünktlich am Busbahnhof.
Echt nervig. Morgens war er viel zu früh, Mittags aber immer zu spät.
Aber ich machte mir nichts draus und ging zum Schulhof.
Dort setzte ich mich auf einer Mauer, nicht weit entfernt von meiner Klasse.
Ich wollte noch unbedingt auf Jan warten, bevor ich mich mit den Leuten aus meiner Klassen rumschlagen muss.
Irgendwie wartete ich umsonst, denn er kam nicht.
Immer mehr Jugendliche strömten vom Busbahnhof auf den Schulhof und Klassen. Von Jan war nirgends eine Spur.
Selbst als es klingelte war er noch nicht da gewesen. Ich machte mir ernsthaft Gedanken, ob alles okey sei.
Gerade, als ich mich auf den Weg zu meiner Klasse machte, hörte ich, wie jemand aus der ferne meinen Namen rief.
Ich blieb stehen, drehte mich aber nicht um.
Plötzlich hielt mir jemand seine Hände vor meinen Augen.
„ Rate mal, wer ich bin?“, flüsterte Jan zärtlich in mein rechtes Ohr.
„ Spinner!“, lachte ich und Jan nahm seine Hände weg.
Er stellte sich vor mich, als ich weiter gehen wollte.
Jan lächelte mich an und zog mich zu sich, legte seine Lippen auf meine und küsste mich sanft.
Er schmeckte gut, nach Erdbeeren.
„ Wow, du siehst heute besonders schön aus, Naty.“, er staunte nicht schlecht, als er mich genau betrachtete.
„ Und du bist heute besonders am rumschleimen, mein lieber.“, lachte ich.

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