Am nächsten Morgen hatte ich verschlafen.
Als ich aufwachte, war es viertel vor acht, das würde echt wahnsinnig knapp werden. Denn um acht Uhr beginnt immer die Schule.
Ich sprang aus dem Bett und rannte eilig ins Bad.
Dort sah ich in den Spiegel und was ich sah, gefiel mir irgendwie nicht.
Meine Haare standen in alle Richtungen ab, meine Müdigkeit stand mir tief um die Augen geschrieben.
‚ Einfach durchkämmen und Zopf machen.’, dachte ich mir und in Sekundenschnelle war dies geschehen.
Dann rannte ich wie bei einem Marathon in die Küche und schmierte mir ein Brötchen für die Schule.
Ich klatschte das Brötchen einfach in eine Brotdose und warf die in meine Schultasche, die im Flur stand.
‚ Volltreffer.’, und weiter ging es zurück ins Zimmer.
Ich musste mich ja noch umziehen.
In Boxershorts und Shirt konnte ich auf keinen Fall zur Schule.
Ich nahm einfach eine blaue Röhrenjeans, dazu ein weißes Top und meine schwarze Jacke.
Unten, im Flur schlüpfte ich in meine Schwarzen Chucks.
Dann ging ich ins Schlafzimmer und weckte Dad, der auch verpennt hatte.
Müde und träge wollte er in die Küche, um sich einen Kaffee zu machen, aber ich riss ihn wortwörtlich nach draußen.
An der Schule angekommen, hatte es wohl bereits schon geklingelt, da keine Menschenseele zu sehen war.
„ Tschüss, bis nachher!“, verabschiedete mich und legte einen Sprint zur Klasse hin.
Doch, gerade als ich ins Gebäude gehen wollte, stand auf der anderen Seite Jan.
Er blickte kurz zu mir, senkte seinen Blick und lief mit großen Abstand zu mir, zu seiner Klasse.
Ich rannte nicht in meine Klasse, sondern hinter ihn her.
Was hatte er nur?
Jan blieb vor seiner Klasse stehen und wollte gerade seine Hand auf die Türklinke legen, da legte ich meine auf die Türklinke und sagte scharf:
„ Vergiss es. Sag mir erst, was du hast.“
„ Nichts.“, meinte er und blickte zu Boden.
„ Das glaube ich dir nicht.“
„ Tja, dann ist es dein Pech.“, er blickte mich wütend an.
„ Was habe ich falsch gemacht?“, ich lies ihn nicht aus den Augen.
„ Denk doch mal nach.“
Ich dachte kurz nach, kam aber so schnell nicht drauf. „ Keine Ahnung.“
„ Dafür bist du wohl auch zu blöd.“, er nahm hart meine Hand von der Klinke weg, lies sie aber nicht los.
„ Ich muss auch los.“, sagte ich genervt und wollte mich losmachen, doch Jan nahm meinen Kopf in seine Hände und presste seine Lippen auf meine.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen