„ Pssst.“, er legte mir seinen Zeigefinger auf den Mund und blickte mir in meine glasigen Augen. „ Du bist wunderschön.“, Jan strich mir eine meiner Blondorangen Haarsträhnen aus dem Gesicht und legte einen Arm um mich.
So standen wir da.
Arm im Arm.
Zärtlich küsste er mir eine Träne weg, die meine Wange runterkullerte.
„ Ich kann das nicht“, schniefend löste ich mich von ihn und lief fort.
Jan starrte mir ungläubig hinterher, eine Träne lief hinunter.
Den ganzen Weg nach Hause lief ich zu Fuß.
Ich wollte nicht länger auf meinen Bus warten.
Ich wollte nicht Jan sehen, ich wollte einfach nur alleine sein.
Wenigstens eine nicht so komplizierte Überraschung gab es heute noch.
Mein Dad hatte mir tatsächlich einen Urlaub gebucht.
„ Es geht an die Ostsee.“, sagte er voller stolz, grinste dabei wie ein Olympiersieger.
Ich sah ihn an. „ Nicht gut?“, fragte er verwirrt.
„ Wunderbar!“, sagte ich und umarmte ihn dankbar und schluchzte auf.
„ Freust du dich so sehr?“, fragte Dad überrascht.
„ Ja.“, log ich und blickte in die Leere.
Dann löse sich mein Dad und gab mir mein Zug Ticket.
„ Ganz ohne Eltern, ganz ohne mich. Endlich mal wieder Urlaub machen.“, meinte er zwinkernd zu mir.
„ Du wirst mir fehlen, Dad. Keine Frage, aber ich finde, du solltest dir auch mal was gönnen. Du sollst nicht so viel Geld für mich ausgeben, wenn du davon nie wirklich was hast.“, sagte ich und blickte auf mein Ticket.
„ Ach was, ich freue mich doch riesig für dich, das ist alles Geld der Welt wert. Hauptsache, du strahlst mal wieder und es geht dir gut.“, sagte er beschwichtigend.
„ Geht es dir denn gut?“, fragte er und blickte mich lächelnd an.
„ Ja.“, ich lächelte und ging rauf zum Dachboden.
Ich setzte mich auf die Fensterbank im Flur, vor der Treppe, die rauf führte.
Ich blickte raus, in die Landschaft.
Es wurde nebelig, die Sonne sank hinter den Bäumen und ließen die Wolken wunderbar erleuchten.
Lächelnd beobachtete ich einen Vogel, der auf dem Baum, der neben dem Fenster war, sich putzte.
Er plusterte sich auf, wie ein Tennisball.
‚ Schade, dass er mich nicht zu Jan fliegen kann’, dachte ich traurig.
Ich hätte ihn es sehr gerne erklärt. Aber es ging irgendwie nicht.
Da kam mir eine super Idee.
Ich lief in mein Zimmer und warf alles vom Schreibtisch. Ich schreibe einen Brief an Jan, das war die Idee.
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