Sonntag, 31. Juli 2011

Kapitel 11

„ Es tut mir leid, ich hatte noch einen Arzttermin, den mein Vater vergessen hatte.“, log ich und blickte mit großen, unschuldigen Augen in das Gesicht meiner alten Lehrerin.
„ Ist okey, solange es dir körperlich gut geht.“, lächelte sie und ich ging auf den Schulhof.
Das war leicht.
Schwerer wird es mit Jan.
Ich suchte die gesamte Schule ab, aber irgendwie war er fort.
Das machte mich etwas panisch, also nahm ich all meinen Mut zusammen und betrat seine Klasse.
Anders, als in meiner Klasse, begrüßten die Leute mich nett und lächelten.
„  Hey. Weiß einer von euch, wo Jan ist?“, ich blickte in die Runde.
„ Nein, er wollte nur etwas alleine draußen spazieren gehen.“, sagte ein blondes Mädchen höflich.
„ Okey, danke!“, schon war ich wieder draußen.

Er könnte überall hingegangen sein.
Nach der Schule ging ich schneller als sonst zum Busbahnhof und sah mich suchend um. Aber ich wurde erstmal nicht fündig.
Stattdessen kamen Leandra und ein paar andere Mädchen aus meiner Klasse auf mich zu und fingen vor mir an, über mich her zu ziehen.
„ Wo ist deine Bettgeschichte?“, fragte Leandra lachend.
„ Hä?“, ich verstand mal wieder nur Bahnhof.
„ Na, der Typ, mit dem du gestern so eng hier am rummachen warst, wo ist er?“, fragte sie in einem zickigen Ton.
„ Keine Ahnung .. Ich suche ihn auch.“, meinte ich und sah sie dabei nicht an.
„ Tja, wohl doch nur Bettgeschichte. Als ob dich jemals jemand lieben würd.“, lachend zogen die Mädchen davon.

Da schoss es mir durch den Kopf. Jan ist verliebt in mich!

Hinter mir hörte ich ein räuspern. Ich drehte mich genervt um, in der Erwartung, Leandra wäre wieder da, um rumzustacheln.
Falsch gedacht, es war Jan.
Er hatte seinen Kopf gesenkt und schaute scheu zu mir herüber.
Froh darüber, ihn zu sehen, ging ich auf ihn zu und wollte ihn umarmen, doch er wies mich ab.
„ Was ist los?“, fragte ich flüsternd, da eine Gruppe Jungs und Mädchen hinter uns standen.
„ Ich .. Ich .. Ach, vergiss es.“, er wandte sich zum gehen.
Ich aber ging einen Schritt, stand hinter ihn und schloss meine Arme um seinen Bauch.
„ Es tut mir so leid, Janni.“, flüsterte ich. Tränen schossen mir in die Augen.
Ich unterdrückte ein Schluchzen, Jan drehte sich gekonnt um, ohne, dass ich meine Arme lösen musste.

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