Sonntag, 31. Juli 2011

Kapitel 13

Lieber Jan,

Es fällt mir nicht leicht, dir einen Brief zu schreiben.

‚ Verdammt!’, genervt zerknüllte ich das Papier und warf es zu Boden.

Lieber Jan,

Es fällt mir richtig schwer, dir einen Brief zu schreiben.
Ich habe aber irgendwie nicht den Mut dazu, es dir persönlicher zu sagen.
Ich mag dich echt gerne, aber mehr ist da nicht drin. Du bist mein bester Freund, vergiss das nicht. Du willst das alles doch nicht so zerstören.
Außerdem … Du weißt, dass ich noch nie einen richtigen Freund hatte, also bin ich doch eh nicht gut genug für dich. Du verdienst ein Mädchen, dass dich richtig liebt und sich schon besser auskennt, als ich.
Einfach, jemanden aus deiner Altersklasse. Ein Jahr ist halt eben ein Jahr unterschied zwischen uns.
Ich hoffe, du verstehst mich und wirst den Kontakt trotzdem noch beibehalten.
Als Freunde, wie sonst auch. Ich habe leider keine Gefühle für dich, Tut mir leid.

Deine Naty

Zufrieden steckte ich den Brief in meine Jackentasche und stand auf.
Draußen war es bereits schon dunkel, aber das war mir egal.
Der Brief sollte unbedingt noch heute ankommen.
Im Wohnzimmer setzte ich mich zu Dad und fragte ihn, ob er mich wohin bringen könnte.
„ Gerne. Wohin denn?“, er stand auf und holte den Autoschlüssel.
„ In die Stadt. Ich beschreibe dir den Weg.“, meinte ich, als wir zum Auto gingen.
Der Weg zu Jan’s Haus war leicht zu beschreiben, aber da es echt nebelig war, musste Dad langsam fahren.
Als er anhielt, merkte ich, dass vor uns schon das Ziel war.
„ Danke.“, ich stieg aus und wartete, bis Dad weggefahren war.
Ich hielt inne.
Im Haus schien kein einziges Licht, wirklich keins.
Vielleicht waren Jan und seine Eltern aus.
Ich steckte den Brief so still, wie es ging durch den Briefschlitz an der Haustür.

Auf dem Weg nach Hause, durchfuhr mich ein Schauer.
Es war wirklich kaum etwas zu sehen.
Nur ein Licht, das sah ich. Es sah so aus, als würde es größer werden.
„ Ist nur Einbildung.’, sagte ich zu mir selbst.
Doch das Licht wurde größer, nach einiger Zeit hörte man sogar einen Motor.
Ich bekam Angst und drehte mich um, lief los, weiter in die Dunkelheit.

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